POLYTEC PASSION CREATES INNOVATION

VON DER VISION ZUR PRODUKTLÖSUNG

POLYTEC SOLUTION FORCE

Neue Mobilitätskonzepte haben die Autoindustrie in den ­vergangenen Jahren geprägt und einen tiefgreifenden Wandel eingeleitet. Auf ­diesen Wandel reagierte die POLYTEC GROUP mit einem völlig neuen ­strategischen Ansatz: der POLYTEC ­SOLUTION FORCE. An die Stelle von ­technologiebasierten Business Units traten sechs Product Lines für ­unterschiedliche Anwendungsgebiete, die neue Produktlösungen ­proaktiv und vor allem technologieübergreifend entwickeln.


​​​​​​​Der Ausbruch der Coronapandemie in Europa zu Jahresbeginn 2020 fiel nur zufällig genau in jene Zeit, in der ­POLYTEC mit der POLYTEC SOLUTION FORCE (PSF) nicht nur einen neuen strategischen Ansatz vorstellte, sondern auch einen Paradigmenwechsel im Selbstverständnis der Gruppe einläutete. Früher war mit einem Neuauftrag meist auch gleich die konkrete technische Lösung für dessen Umsetzung vom Kunden vorgegeben worden. Mit der POLYTEC SOLUTION FORCE rücken hingegen eigene Ideen, Innovationen und Lösungsansätze der Entwicklungsteams von POLYTEC noch deutlich stärker in den Vordergrund. In enger Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen Vertrieb, Projektmanagement und Engineering entstehen Produktlösungen aus Kunststoff, an die potenzielle Kunden bis dahin oft noch gar nicht gedacht hatten. Mit dieser Vertriebsstrategie möchte POLYTEC nicht nur in neuen Produktfeldern der Automobilindustrie wachsen, sondern ihre Aktivitäten auch auf völlig neue Branchen erweitern. 

In den vergangenen zwei Jahren haben die Verwerfungen im weltweiten Automobilmarkt durch Covid-19, Lieferengpässe, steigende Energie- und Rohstoffpreise sowie den Mangel an Halbleitern massiv zugenommen. Dies führte in der gesamten Branche zu schweren Turbulenzen. Mit der PSF steht POLYTEC in dieser Situation vergleichsweise gut da. Denn es gelingt ihr, sich mit Produkten aus unterschiedlichen Materialien und für unterschiedliche Anwendungsgebiete in einem erweiterten Markt zu positionieren. 

Die Basis dafür bilden drei Faktoren: die hohe Innovationskraft der ­POLYTEC GROUP, ein strikt kundenzentrierter Engineering-Ansatz und nicht zuletzt jenes facettenreiche Material, das die Gruppe seit mehr als 35 Jahren zu immer komplexeren Produkten formt: Kunststoff. Dieses Material, das gegenüber Metall und anderen Werkstoffen über wesentliche Vorteile verfügt – Stichworte Gewicht, Formbarkeit, Funktionsintegration – wird in der Welt von morgen eine ebenso bedeutsame Rolle spielen wie bisher, insbesondere dann, wenn es nachhaltig hergestellt und verarbeitet wird.

Nachhaltige Produktion bildet indes auch eines der Kernelemente der 2021 entwickelten Engineering-Strategie der POLYTEC GROUP. Ein weiteres Element: Das Unternehmen möchte auch in Zukunft Key Player in seinen wesentlichen Produktsegmenten bleiben und zugleich vermehrt neue Marktpotenziale erschließen. Ausgehend von dieser strategischen Grundausrichtung definierte POLYTEC 2021 drei Streams, mit denen sie im Bereich Engineering seither ihre Schwerpunkte setzt: Auslegung von Hybrid-Strukturbauteilen, Hochvoltbatterie-Gehäuse und Nachhaltigkeit im Produktportfolio.

AUSLEGUNG VON ­HYBRID-STRUKTURBAUTEILEN

ENGINEERING-STREAM

Bei hybriden Strukturbauteilen handelt es sich um Bauteile, die aus unterschiedlichen Materialien zusammengesetzt sind und besonders hohen Belastungen standhalten müssen. Bei der Herstellung solcher Teile setzt ­POLYTEC verschiedene Kunststoffkombinationen ein, wodurch Metallteile in Fahrzeugstrukturen durch kostengünstige Kunststoffteile mit wesentlich geringerem Gewicht ersetzt werden können. Die nahezu grenzenlose Formbarkeit von Kunststoff ermöglicht zudem eine lückenlose Ausfüllung von oft begrenzten Bauräumen sowie die Integration unterschiedlicher Funktionen in einem Bauteil. POLYTEC hat sich längst als Vorreiter in der Entwicklung solcher Module für die Fahrzeugindustrie einen Namen gemacht. Die Kompetenz in der Auslegung von Hybrid-Strukturbauteilen soll in Zukunft weiter ausgebaut und verstärkt auch für neue Anwendungsgebiete genutzt werden. 

 

Effizientes Engineering durch ­umfassendes Testing 

Um ihre Kompetenz im Bereich Strukturbauteile weiter auszubauen, investiert POLYTEC aktuell in ihre Testinfrastruktur – etwa in einen Prüfstand, an dem Werkstoffe auf ihre Belastungsfähigkeit geprüft werden können. ­Dabei werden sogenannte Materialkarten erstellt, die ihrerseits die Grundlage für Werkstoffsimulationen bilden, mit ­deren Hilfe neue Produkte effizient und wirtschaftlich entwickelt werden ­können.

 

 

Leicht, stabil und umweltfreundlich

Ein Beispiel für ein erfolgreich realisiertes Engineering-Projekt aus dem Bereich Strukturbauteile ist der von ­POLYTEC entwickelte Sitzkissenrahmen für die Rückbank eines PKW. Das Bauteil besteht ausschließlich aus glasmattenverstärkten Thermoplasten und ersetzt ein ursprünglich aus Drahtrahmen und EPP-Schaum hergestelltes Modul. Damit verbessern sich nicht nur Stabilität und Gewichtseigenschaften des Bauteils, auch seine Rezyklierbarkeit wird deutlich erhöht.

HOCHVOLTBATTERIE-GEHÄUSE

ENGINEERING-STREAM

Batteriebetriebene Fahrzeuge werden den motorisierten Individualverkehr mittelfristig dominieren. Für POLYTEC wirkt sich dieser Trend naturgemäß nachteilig auf die bestehende Produktpalette im Bereich Powertrain Solutions aus, die ja primär aus Modulen für Verbrennungsmotoren besteht. Zugleich schafft er aber interessantes Potenzial im Hinblick auf neue technische Anforderungen von elektrisch betriebenen Fahrzeugen. Denn hier spielt Gewichtsreduktion eine mindestens ebenso große Rolle wie bei Verbrenner-Modellen. Und das ist noch lange nicht alles. Denn die freie Formbarkeit von Kunststoff und seine Kombinationsfähigkeit mit anderen Materialien ermöglichen All-in-One-Lösungen, die Stabilität, Brandschutz, Wärmeisolation, Crash-Sicherheit und die Abschirmung vor elektromagnetischer Strahlung in einem Modul vereinen. Ziel von POLYTEC ist es daher, all jene Teile eines Batteriemoduls zu liefern, die in Kunststoff darstellbar sind und dank seiner Eigenschaften optimiert werden können. 

 

Funktionsintegration im Elektroauto

Das von POLYTEC entwickelte Hochvoltbatterie-Gehäuse gehört mit zu den komplexesten Neuentwicklungen des Unternehmens. Es setzt sich aus fünf Einzelmodulen zusammen, die jeweils aus einer Komposition unterschiedlicher Teile und Materialien bestehen. Jedes Modul erfüllt spezielle Aufgaben – von der Abschirmung elektromagnetischer Strahlung über Kühlung und Lüftung bis hin zum Brand- und Aufprallschutz. Bei der Materialwahl setzt POLYTEC bei diesem Produkt primär auf glasmattenverstärkte Thermoplaste und Sheet Moulding Compound. Diese bieten unter anderem ein ideales Verhältnis aus Gewicht und Festigkeit. Bewusst wurde bei der Konzeption zudem darauf geachtet, dass die einzelnen Komponenten des Gehäuses nach Ende seiner Lebensdauer leicht getrennt und wiederverwertet werden können.

NACHHALTIGKEIT IM PRODUKTPORTFOLIO

ENGINEERING-STREAM

Umwelt- und Klimaschutz sind nicht nur gesellschaftliche Megatrends, sondern werden auch von den Kunden und anderen Stakeholdern der ­POLYTEC GROUP immer stärker eingefordert. Nicht nur deshalb treibt POLYTEC schon seit vielen Jahren Maßnahmen voran, die Umweltbelastungen in der Produktion und im Betrieb des Unternehmens reduzieren. An diesen Bestrebungen wird POLYTEC auch in Zukunft festhalten, darüber hinaus aber auch Lösungen entwickeln, um ihr Produktportfolio nachhaltiger zu gestalten – sei es durch nachhaltiges Bauteildesign, die richtige Materialauswahl und -menge, die Verarbeitung von recycelten Rohstoffen oder den Einsatz nachhaltig gewonnener Energie.

Die drei Engineering-Streams von ­POLYTEC werden von mehreren Vorentwicklungsprojekten begleitet, deren Ausgangspunkte bei den Product Lines der POLYTEC SOLUTION FORCE liegen und für die Entwicklungs-, Produktions- und Projektmanagement-Know-how aus allen Standorten der POLYTEC GROUP gebündelt werden. Im Brennpunkt steht dabei ausnahmslos der Kundennutzen. Auf diese Weise entstehen aus innovativen Ideen marktreife und vor allem nachhaltige Produkt­lösungen.